
Sie vermuten ADHS – oder fragen sich, warum Alltag, Beruf, Studium oder Beziehungen trotz großer Anstrengung immer wieder schwierig werden?
ADHS im Erwachsenenalter wird häufig spät erkannt. Viele Betroffene wirken nach außen leistungsfähig, erleben innerlich aber Unruhe, Reizüberflutung, Aufschieben, emotionale Überforderung oder Erschöpfung durch ständiges Kompensieren.
In unserer Praxis bieten wir eine strukturierte ärztliche ADHS-Abklärung für Erwachsene an – sorgfältig, nachvollziehbar und ohne vorschnelle Festlegung.
Typische Hinweise auf ADHS bei Erwachsenen
Eine Abklärung kann sinnvoll sein bei:
- Konzentrationsproblemen und schneller Ablenkbarkeit
- innerer Unruhe oder ständigem Getriebensein
- Schwierigkeiten mit Organisation, Planung und Zeitgefühl
- Aufschieben, Verzetteln oder Problemen, Aufgaben abzuschließen
- Vergesslichkeit und häufigem Verlieren von Dingen
- Impulsivität oder emotionalen Schwankungen
- Erschöpfung durch dauernde Selbstkontrolle
- wiederkehrenden Problemen in Beruf, Studium, Familie oder Partnerschaft


Strukturierte ADHS-Diagnostik
1. Erstgespräch
Wir besprechen aktuelle Beschwerden, Lebenssituation, bisherige Strategien und die Frage, ob eine weiterführende ADHS-Diagnostik sinnvoll ist.
2. Strukturierte Abklärung
Bei Bedarf nutzen wir diagnostische Instrumente wie das DIVA-5. Dabei geht es um Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität/Impulsivität, Beginn in Kindheit oder Jugend und die heutige Beeinträchtigung.
3. Differentialdiagnostik
Konzentrationsprobleme, Unruhe oder Erschöpfung können auch durch Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme, Belastung, Suchterkrankungen oder körperliche Ursachen entstehen. Diese Abgrenzung ist zentral.
4. Gemeinsame Einordnung
Am Ende steht eine nachvollziehbare Einschätzung – und, falls passend, ein Behandlungsplan.
Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter
Wenn sich der Verdacht bestätigt, besprechen wir gemeinsam die nächsten Schritte. Je nach Situation können sinnvoll sein:
- Psychoedukation und besseres Verstehen eigener Muster
- alltagsnahe Strategien für Planung, Struktur und Selbststeuerung
- Schlaf- und Belastungsmanagement
- Behandlung begleitender Depressionen oder Angststörungen
- psychotherapeutische Gespräche
- gegebenenfalls medikamentöse Therapie
Ziel ist nicht, Persönlichkeit zu verändern. Ziel ist, Belastung zu reduzieren und im Alltag wieder mehr Klarheit, Ruhe und Handlungsfähigkeit zu gewinnen.


Was Sie zum Termin mitbringen können
Hilfreich sind, falls vorhanden:
- alte Schulzeugnisse
- frühere Arzt- oder Therapieberichte
- Vorbefunde zu Depression, Angst, Schlaf oder anderen Erkrankungen
- Medikamentenliste
- kurze Notizen zu aktuellen Beschwerden und typischen Alltagssituationen
Fehlt etwas davon, ist das kein Ausschlussgrund.
Der erste Schritt ist ein orientierendes Gespräch. Danach klären wir gemeinsam, ob eine weiterführende ADHS-Diagnostik sinnvoll ist und wie der weitere Ablauf aussieht.